Das Tierheim und die Geschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes, Ortsverein Hannover e. V., befinden sich seit November 2009 gemeinsam in der Friederikenstraße 46 in Burgdorf. Eine gegenseitige Unterstützung auf kleinstem Dienstweg – das war in dieser Form lange nicht möglich.

 

Im Rathaus der Stadt Burgdorf haben Vertreter der Stadt und Herr Hans Wietfeldt, Vertreter für den „Tierschutz des Kreises Burgdorf e. V.“ am 23.11.1970 vor dem Notar ein Erbbauvertrag mit dem Erbbaurecht zur Errichtung eines Tierheimes unterzeichnet. Das Grundstück ist am 01.10.1970 übergeben worden. Dem Deutschen Tierschutzbund Ortsverein Hannover e. V. ist dabei ein Mitbenutzungsrecht –Dienstbarkeit- zur Unterbringung und Betreuung herrenloser oder sonst unversorgter Tiere und von Pensions- und Fundtieren eingeräumt worden. Das war die erste offizielle Zusammenarbeit unter einem Dach.

 

Vorausgegangen ist eine Initiative von Herrn Wietfeldt im Jahr 1963. Damals ist der „Tierschutz des Kreises Burgdorf e. V.“, gegründet 1960/61, an die Stadtverwaltung herangetreten mit der Bitte, Landflächen zur Errichtung einer Tierannahmestelle zur Verfügung zu stellen, bei der die Tiere für höchstens 2-3 Tage verbleiben sollten. Die zweite Hälfte einer Stadtbaracke auf dem hinteren Grundstück der damaligen Kläranlage wurde dem Burgdorfer Tierschutzverein hierfür zur Verfügung gestellt.

 

Die Baubude auf dem Gelände der Kläranlage hat bis Ende der 60er Jahre als Provisorium für eine Auffangstelle für herrenlose Hunde gedient. Ohne fließend Wasser, ohne Licht und ohne hygienische Einrichtungen war die Einrichtung jedoch auf Dauer untragbar. 1968 hat der Verein wiederholt die Stadt Burgdorf um Überlassung eines Grundstückes mit dem Ziel zur Errichtung eines massiven Gebäudes („in bescheidener Form“) angeschrieben – mit positivem Ergebnis.

 

1970 reifte der Entschluss, auf dem Grundstück ein Tierheim in Burgdorf zu bauen. Der Tierschutzverein hatte „durch äußerste Sparsamkeit … aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden ca. 30.000,- sparen können“. Der Ortsverein Hannover des Tierschutzbundes hatte sich einem Schreiben nach damals bereit erklärt, den Tierschutzverein Burgdorf mit weiteren 30.000,- zu unterstützen. Im November 1970 war der Rohbau fertiggestellt. Im Februar 1971 wurde bereits die Heizung verlegt und die Wasser- und Stromzufuhr wurden beantragt.

 

Dem Deutschen Tierschutzbund, Ortsverein Hannover, wurde 1968 ein Mehrfamilienhaus in der Weiße-Kreuz-Straße in Hannover vererbt, welches jedoch anlässlich hoher Reparaturkosten 10 Jahre später wieder veräußert werden musste. Mit einem Teil des Verkaufserlöses wurde eine 2-Zimmerwohnung in Hannover, Rotekreuzstraße 13, als Eigentumswohnung erworben. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes war in der Weißekreuzstraße untergebracht. Ihr wurde nach dem Umzug in die Rotekreuzstraße die Wohnung mietfrei zur Verfügung gestellt, jedoch mit dem Vorbehalt der Eigennutzung für den Ortsverein Hannover. Die Ortsverein Hannover hat diese Wohnung dann später auf Jahre hinaus allein als Büro genutzt.

 

Am 29. Oktober 1980 erfolgte dann, notariell zwischen dem „Tierschutz des Kreises Burgdorf e. V.“ und dem „Deutschen Tierschutzbund Ortsverein Hannover e. V.“ besiegelt, das bis heute geltende Übereinkommen. Nach der Vereinbarung von 1970 über den gemeinsamen Bau und Betrieb eines Tierheimes (Erbbaurecht / Mitbenutzungsrecht Dienstbarkeit) erklärte der damalige Vorstandsvorsitzende des Tierschutzes Burgdorf, Herr Heinrich Zitzewitz: „Ich biete dem Deutschen Tierschutzbund Ortsverein Hannover e. V. für den von mir vertretenen Verein die unentgeltliche Übertragung einer ideellen Hälfte des in Rede stehenden Erbbaurechts an.“ Herr Dr. Robert Reuling erkläre für den Deutschen Tierschutzbund Ortsverein Hannover daraufhin: „Ich nehme für den von mir vertretenen Verein dieses Angebot an.“ Eine ideelle Hälfte ist auf den Deutschen Tierschutzbund Ortsverein Hannover übergegangen und die Löschung der eingetragenen beschränkten persönlichen Dienstbarkeit wurde beantragt und bewilligt.

 

Mit dem Neubau im Tierheim Burgdorf wurde auch die angrenzende Wohnung für einen Tierpfleger renoviert. Da diese jedoch nicht mehr bewohnt wurde, wurde die Geschäftsstelle aus Hannover aus Kostengründen nach Burgdorf in die Friederikenstraße verlegt. Im Gegenzug wurde die Wohnung in der Rotekreuzstraße hauptsächlich ehrenamtlich von einer Büronutzung erneut zum Wohnraum umgestaltet und wird heute zugunsten des Deutschen Tierschutzbundes Ortsverein Hannover e. V. vermietet.

 

Eine gute und enge Zusammenarbeit wurde durch die Zusammenlegung der Räumlichkeiten hergestellt und bewährt sich fortlaufend.

 

 

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